Faust III
Mysterienspiel des 21. Jahrhunderts

Faust III | Textproben

1. Akt, 2. Szene, Faust&Luzifer

Faust:

Wie deut ich diese dunklen Züge,
von Eins zu Null, von Null zu Eins,
mir schwant, der Meister aller Lüge,
hat drüber keine Spur des Scheins.

Lucifer:
Erkenne dich - Was soll das heißen?
Es heißt: Sei nur! und sei auch nicht!

Es ist eben ein Spruch der lieben Weisen,
Der sich in der Kürze widerspricht.

Erkenne dich! - Was hab ich da für Lohn?
Erkenn ich mich, so muß ich gleich davon.

Als wenn ich auf den Maskenball käme
Und gleich die Larve vom Angesicht nähme.

Andre zu kennen, das mußt du probieren,
Ihnen zu schmeicheln oder sie zu vexieren.

Faust:
In meiner Sphäre herrsch ich Ruhe.
Und meines Willens kräftiger Strahl,
führt mich zum Innern der herrlich roten Truhe
in dem Ich bin, meines höchsten Gottes Wahl.

In dem Leuchten ist bereits ein Nähern
und kein Fallen, wie es einstmals war.
Ein glühend Sehnen zieht mich in Zeitenfernen
im festen Blick wird mir der Kosmosnebel klar.

In meinem Willen fühl ich gottgeleitet Schieben,
das mich in eine himmelsweite Alm gewollt.
Auf einmal find ich mich im Kreise meiner Lieben,
und eine zärtlich, neue Sonne, die uns Wärme zollt.

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