Faust III
1. Akt Szene 2

 

Zuerst Faust in seiner himmlischen Wohnung allein. Eine Art Studio mit großen Monitoren nach allen 12 Himmelsrichtungen. 6 sind sichtbar. Die Monitore sind in Rahmen angebracht, die an die Hinterköpfe von Menschen erinnern. Wenn Faust den Blick auf einen richtet, wird der Monitor hell und bietet den Ausblick auf kosmische Welten. Faust, etwa 28 Jahre, modern gekleidet in einem lichten hellblauen Tunika artigen Gewand, rosafarbig gesäumt.
Sinnt über eins und null und kommt auf den Kosmos, erkennt die Grenzen des Kosmos mit seinen Stufen, kommt von dort zurück auf den Mikrokosmos. Von dort auf das Thema der Resonanz, alles mit allem, der Notwendigkeit der eigenen Politur. Hochmut und Demut als konvex-konkave Leistungsverstärker. Sinnt, daß es noch eine geheime Beziehung zwischen ihm und Mephisto gibt. Sticht sich in den Finger und betrachtet den Blutstropfen in tiefer Meditation. Luzifer spiegelt sich im Brennpunkt. Und tritt in den geistigen Raum gehalten von Faustens Meditationswillenskraft, sonst würde er sofort mit seinem Gewicht durchbrechen. Es entspinnt sich ein Dialog darüber, wie sie noch miteinander verbunden sind.
Faust (grübelnd, lässt auf dem Monitor vor sich das Scannerbild eines menschlichen Gehirns aufleuchten, Synapsen blitzen).

Die Szene wurde aufgeführt im Literaturhaus Berlin.